Lange haben wir gewartet – aber bei weitem nicht so lange wie viele andere, die nach uns bestellt haben. Heute aber nun ging es nach Landsberg am Lech (nach einem beruflichen Termin in Baden-Württemberg) und am Nachmittag wurde erst der Dodge zur Wartung beim Funhouse gebracht und dann die paar Meter rüber zum Sangl marschiert, um unseren neuen Wagen in Empfang zu nehmen.

Ich hatte mich im Laufe der Wartezeit entschieden, die Nase in Wagenfarbe lackieren zu lassen (ich will ehrlich sein, die normale graue Nase finde ich vom Design her mehr als suboptimal) und als ich ihn dann im Original das erste Mal sah, wusste ich sofort, dass die Entscheidung goldrichtig war. Ich hatte ja schon Fotos von roten, weißen und schwarzen IONIQ mit Nase in Wagenfarbe gesehen, konnte aber überrascht feststellen, dass es in blau tatsächlich (in meinen Augen) noch einmal besser aussieht.

Nach einem netten Gespräch mit Herrn Sangl und einer kurzen Einweisung (Dank der Videos ist man ja eh schon umfassend informiert und in der langen Wartezeit hatte man auch genug Zeit auf YouTube verbracht) ging es schon los – es lagen ja 600km vor mir. Also eigentlich genau das, was ich in 90% aller Tests im TV bemängle – das Elektroauto ist (bis auf Tesla) nicht für die Langstrecke konstruiert, aber genau das wird immer als erstes getestet…

Ich traf mich noch ganz kurz mit einem Freund in Gersthofen an der Ladesäule, denn Michael hat schon seit Jahren einen i3, da musste die Gelegenheit ergriffen werden, kurz gegenseitig die Autos zu beschnuppern und zu fachsimpeln. Leider viel zu wenig Zeit, aber der Heimweg war noch lang und am Freitag früh stand gleich kurzfristig eine Demo an, welche ich halten sollte.

Als Route hatte ich – auf Basis der Ladesäulenkarte von Going Electric – die B2 bis Roth gewählt, wo ich dann rüber zur A9 schwenkte und auf dem Rasthof Nürnberg/Feucht (der Routenplaner meinte, Pegnitz wäre mit 2% Rest im Akku auch erreichbar – aber will man das als allerersten Test überhaupt ausprobieren?) eine kostenlose Schnellladung bei Tank & Rast anging. Ich bin ja gewohnt, auch sehr große Strecken durchzufahren (gerade die Woche auf dem Hinweg Zossen -> Zürich zum Beispiel), aber diese Entschleunigung hat etwas. Gemütlich einen kleinen Snack essen und ausspannen, während in knapp 30 Minuten der Akku wieder auf 94% gefüllt ist (das Maximum bei Schnellladung).

Vielleicht noch ein paar Worte zum Laden: an die Säule fahren, Kabel rein und einen Knopf drücken – und das Surren beginnt. Sehr einfach und problemlos. Und tatsächlich waren die Säulen auch immer frei. Auf der einen Seite schade (denn das liegt ja daran, dass noch viel zu wenige eAutos unterwegs sind), auf der anderen Seite keine Wartezeiten für mich.

Die Strecke ging dann weiter nach Norden auf der A9 – immer den Tempomat auf 130km/h und munter durchgezogen. Wer die Strecke kennt: in Franken geht es recht viel bergauf und so kam es, dass ich noch bevor ich die Raststätte Frankenwald erreichte, die folgende Warnung erschien:

Nicht viel Rest – aber genug, um noch an der Säule anzukommen (um ehrlich zu sein war ich schon bei 14km Rest – aber das letzte Stück geht es ordentlich bergab und die Rekuperation füllte den Akku wieder ein bisschen.

Wusstet Ihr schon, dass Frankenwald eine „Lounge“ hat? Ist zwar etwas hochgestochen, aber gemütliche Sessel, um in Ruhe Nachrichten zu lesen und etwas Spezi zu trinken, sind vorhanden. Das mit der Entschleunigung hat wirklich was.

Da der Akku ja doch recht leer war, dauerte das Schnellladen etwas über der üblichen halbe Stunde (bis 94% – wenn man nur bis 84% gehen würde, dann wäre es viel schneller, weil ab dann zur Schonung der Batterie die Ladeleistung runtergeregelt wird), aber für den Sprung bis Köckern wollte ich möglichst viel Reserve haben (und habe mir Osterfeld mal als „Notfall“-Zwischenladung eingeplant. Aber das war unnötig, bis Köckern ging es in einem Rutsch durch und während der letzten Ladung konnte man mal etwas die Augen zu machen – wir sind mittlerweile kurz vor Mitternacht angekommen und der Tag begann ja früh in Baden-Württemberg. Also klares Sicherheits-Plus, dass man mal Pause macht.

Ich will auch nicht mehr groß langweilen – von Köckern ging es in stockdunkler Nacht bis nach Hause, welches ich kurz nach 1:00 und somit rund 8 Stunden (inkl. dem Plausch mit Michael) erreicht habe. Sicherlich langsamer als sonst (meist rund sechs Stunden, dann habe ich aber auch nichts gegessen unterwegs), aber entspannt und doch in annehmbarer Zeit.

Apropos entspannt: ich werde sicherlich noch mal einzelne Einträge zu den Features des IONIQ schreiben, aber die Kombination aus adaptiven Tempomat und aktivem Spurhalteassistent (aka „Autopilot light“) hatte einen großen Anteil an der angenehmen Fahrt.

Zu Hause angekommen das bereitliegende CEE Kabel (roter Stecker, 16A) in die unterdessen eingetroffene go-e gesteckt und dem Wagen gleich mal die erste Ladung zu Hause gegönnt.