Am Ende unserer Probefahrt des Hyundai IONIQ wollten wir zum Vergleich nochmal den Nissan Leaf fahren (welchen bisher nur ich gefahren hatte) und da der Händler netterweise direkt zugesagt hatte, liefen wir nach Rückgabe des IONIQ rüber zu Nissan, da die beiden nur 2 oder 3 Querstraßen voneinander entfernt liegen. Während wir mit dem Verkäufer so über Reichweite (diesmal hatten wir „nur“ das 24 KWh Exemplar zum Test) redeten, ergab es sich, dass wir den Leaf über Nacht bekamen, damit wir ihn auf etwas längerer Strecke testen konnten.

Das passte perfekt, da wir eh Kinokarten für Augsburg hatten (Händer in Landsberg am Lech, wir wohnen in Schwabmünchen) – also ein paar realistische Alltags-Pendel-Kilometer inkl. schnellerer Fahrt auf der B17. Am Anfang machte einen die von Anfang recht niedrig erscheinende Reichweitenanzeige etwas nervös, aber als ein Ergebnis sei vorweggenommen, dass für das reine Pendeln in die Stadt der Akku reicht (mit Hin- und Rückfahrt aber dann auch nicht wirklich viel mehr).

Und wo wir eh zur City Galerie fuhren, schaute ich mir vorher an, dass man da auch den Wagen im Parkhaus laden kann, ohne schon einen passenden Vertrag/Karte/RFID-Chip/… in Händen zu halten. Angekommen im Parkhaus ging es hoch zu P2 – und das war gesperrt! Stattdessen fuhren wir also nach P3 (das Dach) und machten uns erstmal leicht angesäuert auf zur Information, wie man denn die beworbene Ladesäule nutzen solle, wenn man nicht hinkäme. „Da sind sie hier genau richtig, ich rufe jemanden, der sie trotzdem auf P2 lässt“ war die Reaktion und nach ein paar Minuten warten kam auch tatsächlich ein netter Mitarbeiter, welcher alle Sperren aus dem Weg räumte und auch gleich nach unseren Erfahrungen fragte, weil er auch über eine Elektroauto nachdenke. Wahrheitsgemäß mussten wir sagen, dass wir recht wenige Erfahrungen haben, aber diese bisher sehr angenehm waren.

An der Säule angekommen fanden wir einen Audi A3 e-tron, welcher einen der drei Stellplätze belegte, aber nicht mal das Kabel eingesteckt hatte (das Parkdeck ist wie gesagt gesperrt, er hätte 100te andere freie Parkplätze nutzen können, wenn er nicht lädt…). Die Säule selber ließ sich über eine Webseite und Paypal erfolgreich zum Laden überreden (die Säule könnte 6,6KW/h, real waren es am Ende 4,7KW in einer Stunde), der Preis war pro Zeit und die erste (und für uns einzige) Stunde kostete 3,50€. Aber soll ja nur ein Test sein, wie es sich überhaupt anfühlt, Kosten- und Zeitoptimierung kommt dann später.

Nach dem Film und der Heimfahrt ließ ich den Wagen vor der Garage stehen und steckte in absichtlich nicht in die Steckdose, um mal zu sehen, wie sich die angezeigten ca. 80 Restkilometer bei der am nächsten Tag anstehenden Rückfahrt anfühlen würden. Letztlich kam ich mit knapp 70km Rest beim Händler an, eigentlich OK aber doch schon ein bisschen Bauchgribbeln.

Wir hatten inzwischen diskutiert und uns entschieden, dass der IONIQ zwar neuer war, mehr Features hatte und mir auch besser gefiel, der Leaf aber weniger kostet und der Kofferraum für unseren Fall (Hundebox) besser geeignet wäre. Also fragten wir nach einem Leasingangebot* (welches wir ja von Hyundai schon bekommen hatte) für einen 30KWh Leaf Tekna (wenn schon, denn schon). Und da wäre ich fast vom Stuhl gefallen: 250€/Monat mehr(!) als für den brandneuen IONIQ in Vollausstattung und damit weit außerhalb unserer Planung und generell hatten wir den Leaf insb. ja auch wegen des besseren Preises favorisiert. Man versuchte noch, uns einen gebrauchten 24KWh zu berechnen, aber auch der war noch über 100€ teurer pro Monat als der Hyundai.

Damit war Nissan für uns gestorben – der Leaf ist zwar wirklich ein netter Zweitwagen, aber im direkten Vergleich hat er verloren. Es wird also ein IONIQ werden.

*warum Leasing? Nun, gerade jetzt ist extrem viel Bewegung im Markt für E-Autos und so können wir den Wagen nach 3 Jahren zurückgeben und dann schauen, was es nun gibt. Ansonsten würde ich immer kaufen