Gleich zu Anfang mal, was ich nicht mehr wirklich als die Probleme ansehe: weder die Anzahl und Verteilung der Ladesäulen, noch die verschiedenen Stecker sind heute noch ein Problem. Wer sich ein bisschen umsieht, der stellt schnell fest, dass es mittlerweile verdammt viele Ladesäulen gibt* und auch das Verwirrspiel mit den verschiedenen Steckern hat sich schon (fast) erledigt.

Was aber für mich, der ich gerade in das Alltagsleben als E-Auto-Fahrer einsteige, mit Abstand der Punkt mit den größten Kopfschmerzen ist, ist die Abrechnung der Ladesäulen. Wenn man anfängt, sich damit zu beschäftigen, wird man erschlagen von den vielen, vielen Varianten, wie man die Säule dazu bekommen kann, dass sie einem Strom liefert. Jedes kleine Stadtwerk hat eigene Säulen für die eigenen (regionalen Kunden). Das hilft einem natürlich dann nicht, wenn man eben unterwegs ist. Daher gibt es eine Unzahl von Verbünden und Karten, welche einem überregional den Zugang freischalten können. Dazu gibt es dann überregionale Anbieter wie z. B. Tank&Rast**, welche wieder ein eigenes System etablieren

Wenn es nun so wäre, dass man sich einen der Verbünde aussucht und damit passt es dann in ganz Deutschland: wäre schön. Aber in der Realität ist immer die Frage, welche Säule ist in meinem Verbund (was einem diverse Apps relativ einfach recherchieren lassen) und wie sind die Konditionen pro KWh und/oder pro Minute. Der Tarifdschungel im Mobilfunkmarkt ist nichts dagegen. Es gibt insbesondere einige sehr spannende Karten / Verträge (inkl. Flatrates!), aber da die immer irgendwo Kooperationen eingehen müssen, können diese auch mal beendet werden und schade, schade, die Säule, die gestern noch drin war, ist es heute nicht mehr.

Ich vergleich das mal frech mit der Welt der Verbrenner – an jeder Tankstelle steht groß und breit eine kurze Liste mit Preisen, ich beziehe meinen Sprit und am Ende halte ich meine Kreditkarte dran – fertig. Das muss das Ziel sein: keine wilden Verträge, Verbünde, Kooperationen – nein, einfach Preis => Zahlung und fertig.

Natürlich gibt es auch heute schon genug Säulen, wo man ohne Vertragskarte, RFID-Chip oder App direkt bezahlen kann (zum Beispiel mein Versuch in der City Galerie, welche mit Paypal bezahlt werden konnte), aber man weiß dann schon direkt, dass da jeder einen anderen Preis bezahlt, je nachdem, welchen Vertrag, Provider, etc. er hat.

Hinweis: mir ist (gerade nach einigem Selbststudium) klar, dass man das alles hinkriegt und irgendwann eine Standardset and verschiedenen Karten hat, welche einen durch ganz Deutschland bringen zu akzeptablen Preisen. Aber der Punkt ist: All die Fahrer, die bisher noch kein E-Auto haben und nun darüber nachdenken, stehen vor einem erstmal recht hohen Berg, den es zu erklimmen gilt, bevor man ohne sich Gedanken zu machen losfahren kann. Und da ist es eben doch so einfach, eben nicht umzusteigen…

Extrem positiv hervorheben muss ich hier das Stromtankstellenverzeichnis von GoingElectric: Alle Säulen, filterbar nach allen möglichen Kriterien inklusive dem passenden Routenplaner – soweit ich das bisher abschätzen kann die beste Art, die richtigen Säulen zu finden.

*Großstädter haben da natürlich in Ihren Mehrfamilienhäusern noch das Problem des Ladens zu Hause bzw. auf der Straße vor dem Haus.

** Zumindest Stand heute sehr erfreulich: bisher sind die Säulen einfach kostenlos